Info
Bildlegende:
blau: Steine
schwarze Befundnummer: oben
blaue Befundenummer:darunter
rote Befundnummer: darunter

Rieben - die Gräber vom Kirchhof


Befund 63
Der Befund liegt direkt nördlich von 62 und wird von diesem leicht an der rechten Seite gestört. Sargspuren sind nicht erkennbar. Der Befund wurde vom Bauch bis zu den Füßen erfasst. Der Körper des Jugendlichen oder Erwachsenen liegt in gestreckter Rückenlage, die linke Hand auf dem Becken.

Das Foto zeigt die Befunde 62 und 63.

Befund 62
Vom Befund wurde nur der Oberkörper bis zum Becken erfasst. Die Holzreste waren recht gut erhalten, der Sarg war einfach konstruiert, der Deckel bestand offensichtlich aus einem Brett. Neben den Knochen wurden vier Sargnägel geborgen. Der Tote im reifen bis Greisenalter hatte die Unterarme über dem Bauch gekreuzt. Befunde 56, 59-63

Befund 59
Der Befund liegt größtenteils in der nördlichen Schnittkante, nur eine Sargecke mit dem rechten Unterschenkel und den Fußknochen lagen frei. Der Befund wurde nach der Dokumentation wieder abgedeckt und blieb erhalten.

Befund 60
Der Befund liegt ebenfalls überwiegend in der nördlichen Schnittkante. Grabgrube, Sargkante und Teile des rechten Beines waren erkennbar. Der Befund wurde nach der Dokumentation wieder abgedeckt und blieb erhalten.

Das Foto zeigt die Befunde 60 und 61.

Befund 61
Der Befund ist lediglich als Grabgrube und Sargspur sichtbar und reicht bis ins Südprofil. Da er unter Bautiefe lag, wurde er nach der Dokumentation abgedeckt und blieb im Boden.

Befund 56
Der Befund lag bei einer absoluten Höhe von 41,62 DHHN nur etwa 1m tief. Auffallend war der recht gut erhaltene Sarg (Bild), bestehend aus dachförmigem Deckel und konischem Unterteil. Das Holz war offensichtlich beidseitig flächig grün bemalt, Reste des Anstrichs waren noch erhalten (Bild). Unter dem teilweise kollabierten Deckel lag das recht schlecht erhaltene Skelett eines Kindes (Bild). Der Oberkörper war größtenteils eingebettet in ein Gemisch aus organischem Material, der Sargauspolsterung mit Holzspänen und vermutlich den Überresten von Blumengebinden, dazu korrodierte Eisendrähte und bunte Hohlglaskügelchen (Bild). Auf der Brustwirbelsäule lag ein Medaillon (Bild) aus grünem Kupfermetallblech, am Schädel bzw. evtl. um den Schädel herum, waren Drahtreste, evtl. von einem Haarreif zu sehen. Die Füße steckten in Lederschuhe, von denen die Sohlen und einige Seitenteile (Bild) erhalten waren. Im Bereich der Hände wurde ein Ring gefunden, am Kinn ein Ohrring.
Hohlglasperlen dieser Art wurden seit dem 16. Jh. verwendet, seit Mitte des 17. Jh. war eine Innenversilberung durch Fischschuppenessenz möglich. Die recht gute Holzerhaltung ermöglichte eine Dendrodatierung, nach der die Fichtenhölzer nach 1758 gefällt worden waren.

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