Rieben - die Gräber vom Kirchhof


Befund 80
Der Befund liegt in der nördlichen Schnittkante; nur der freiliegende Teil wurde dokumentiert (Bild). Erkennbar ist die Grabgrube und die Sargreste, das Grab liegt über den Befunden 82 und 83. Die Sargseitenwände sind erkennbar schräg. Am Schädel waren schwarze Textilreste erhalten (Bild), die aber auch von der Sargauskleidung stammen können, am rechten Brustkorb lag ein halbkreisförmig gebogener Sargnagel. Im Sarg war eine kompakte Füllung vermutlich mit Sägespänen erkennbar, die Knochen sind nur mäßig erhalten. Am erkennbaren rechten Fuß war eine Ledersohle (Bild) erhalten. Der Körper lag in gestreckter Rückenlage, der rechte Arm mit Hand neben dem Körper. Das Skelett des erwachsenen Toten wurde durch eine leichte Aushöhlung vollständig entnommen.

Befund 82
Der Befund liegt an bzw. in der nördlichen Schnittkante und wurde offensichtlich von den Befunden 80 oder 83 stark gestört. Erkennbar sind nur noch Teile der Grabgrube und die Unteren Extremitäten ab Knie. Befunde 73, 74, 76, 77, 80, 82-84, 86, 87

Befund 83
Befund 83 Das Grab liegt unter 80 ebenfalls in der nördlichen Schnittkante. Grabgrube und der Kindersarg waren gut erkennbar, die Knochen des Kleinkindes sind sehr schlecht erhalten (Bild). An der rechten Körperseite fanden sich insgesamt 10 Metallknöpfe (Bild) und etliche Nadel oder Nadelfragmente. Das Profil wurde nicht weiter ausgehöhlt. Die Köpfe datieren das Grab vermutlich ins 17. Jh. Aufgrund der relativ guten Holzerhaltung wurde eine Probe zur Dendrodatierung aufbewahrt, aus der kurzen Sequenz von nur 22 Jahresringen konnte aber kein Fälldatum ermittelt werden.

Befund 77
Das Kinder- oder Jugendlichengrab wurde vollständig erfasst, Grabgrube und Sarg waren gut erkennbar, die Konstruktion des Sarges bleibt unklar. Die Knochen sind gut erhalten. Der Körper lag in gestreckter Rückenlage, die Arme seitlich, die Hände zusammen auf dem Becken (Foto). In der Verfüllung fanden sich 2 Grauwarescherben.

Befund 84
Der Befund reicht in die westliche Schnittkante und wurde offensichtlich durch Bef. 76 leicht gestört. Erkennbar sind die Reste der Grabgrube und der unteren Extremitäten, Sargreste waren nicht sichtbar.

Befund 76
Der Befund wurde vollständig erfasst. Erkennbar sind die Grabgrube, der Holzsarg und ein weitgehend vollständiges Kleinkindskelett (Foto). Der Körper liegt in gestreckter Rückenlage. In der Verfüllung fand sich eine gelb glasierte Irdenwarescherbe.

Befund 73
Im Planum war eine größere Grube mit einem sich abzeichnenden Sarg und etlichen seitlich verlagerten Knochen erkennbar. Der Sarg war vermutlich mit einem dachförmigen Deckel versehen. Die Innenseite des Sarges war mit schwarzem Textil ausgekleidet und mit Holzspänen/Sägemehl ausgepolstert (Foto). Im Bereich der Füße hatten sich die Reste von Lederschuhen erhalten. Die Knochen selbst waren bis auf einige Fragmente vergangen. Nördlich und südlich des Sarges lagen diverse Langknochen und Schädelfragmente, die von mindestens einem zerstörten Grab, vermutlich z.T. vom darunterliegenden Grab 87 stammen. Am südlichen Fußende ist noch die teilweise erhaltene Bestattung 74 zu sehen.

Befund 87
Der Befund liegt östlich von Bef. 86, zerstört diesen ab der Hüfte und wurde selbst durch den darüberliegenden Befund 73 teilweise zerstört. Erkennbar sind die Grabgrube und die linke Seite des Sarges und Skeletts, die rechte Seite ist nur z.T. und verlagert erhalten, der Schädel fehlt (Foto). Am linken Knie lag ein Metallknopf aus einer Kupferlegierung (Foto). Der Körper des Erwachsenen lag, soweit erkennbar, in gestreckter Rückenlage, die Unterarme angewinkelt, die Hände auf der Brust. In der Grabverfüllung fanden sich etliche verlagerte Knochen. Durch den Knopf, speziell das Blüten- oder Sternmotiv und die Ösenform, kann das Grab vorstichtig in das 17. Jh. datiert werden.

Befund 86
Der Befund reicht mit dem Kopfteil in das Westprofil des Schnitts und wird ab Bauch von Bef. 87 gestört. Grabgrube und Sargreste sind erkennbar, der Sarg war vermutlich schwarz gefärbt. Vom Skelett erkennbar ist nur der Oberkörper ohne Schädel. Der Körper lag in gestreckter Rückenlage, der rechte Arm rechtwinkelig über dem Oberkörper.

Befund 74
Erhalten ist die südliche Sargspur und einige Kleinkindknochen. Eine Lage ließ sich nicht rekonstruieren. In der Grabverfüllung lag eine Grauwarescherbe. Das Grab lag relativ hoch und kann auch bei den Baggerarbeiten teilzerstört worden sein. Info
Bildlegende:
blau: Steine
schwarze Befundnummer: oben
blaue Befundenummer:darunter
rote Befundnummer: darunter


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